Fahrordnung

1)  Allgemeines

Die Fahrordnung umfasst alle das Rudern und das Rudergerät betreffenden Bestimmungen und betrifft alle im Vereinsvermögen befindlichen Wander- und Rennruderboote. Einzelne -speziell benannte - Bestimmungen dieser Fahrordnung gelten auch für dauernd im Bootshauseingestellte Privatruderboote.

Über die Benutzung der Wanderruderboote entscheidet der Oberbootsmann. Dieser gibt durch Anschlag im Bootshaus bekannt, welche Boote den einzelnen Gruppen zugeteilt sind.

Über die Benutzung der Rennruderboote entscheidet der Sportwart. Das Ruderareal ist die Mur im Staubereich des Kraftwerks Gössendorf.

2)  Einteilung der Vereinsangehörigen

Die Mitglieder des Vereins werden nach ihrem ruderischen Können in folgende sechs Gruppen eingeteilt:

  • Anfänger
  • Fortgeschrittener                 
  • Aktiver Rennruderer
  • Fahrkundiger                      
  • Sportruderer     
  • Bootsmann/-frau

Die Liste mit der Einteilung wird vom Oberbootsmann geführt und im Bootshaus ausgehängt.

- Anfänger/in (AN)

Anfänger sind Vereinsangehörige oder Bewerber, die mit dem Rudersport beginnen.

Anfänger sind berechtigt, in allen zum Wanderrudern bestimmten Ruderbooten zu rudern, sofern sich ein hierzu berechtigtes Mitglied des Vereins im Boot befindet. Bei Booten ohne eigenen Steuerplatz und ohne Fußsteuer wird das Boot vom Bugplatz gesteuert.

Anfänger sind mit Genehmigung des Oberbootmannes oder eines Bootsmannes/frau berechtigt, in den für ihre Gruppe vorgesehenen Einern zu rudern. In der Winterzeit (zwischen Ab- und Anrudern) werden solche Genehmigungen nicht erteilt.

- Fortgeschrittene/r (FO)

Anfänger werden als “Fortgeschrittene“ eingestuft, wenn sie innerhalb eines Ruderjahres 200 km oder 400 km in hintereinander folgenden Jahren gerudert haben.

Fortgeschrittene sind zum Rudern in allen mehrsitzigen Wanderruderbooten gemäß Bootseinteilung (Seite 4) berechtigt. Sie sind berechtigt, Wanderruderboote zu steuern, wenn ein/e Bootsmann/frau oder Fahrkundige/r im Boot bzw. am Land die Aufsicht führt.

- Fahrkundige/r (FA)

Der Oberbootsmann kann Mitglieder, die ein ausreichendes Können im Rudern und Steuernbesitzen, zu “Fahrkundigen“ Mitgliedern ernennen. Der Wunsch dazu ist dem Oberbootsmann zu melden, der die folgenden Punkte überprüft und den Vorstand darüber informiert.

Voraussetzung für die Ernennung zum Fahrkundigen ist die Erfüllung folgender Punkte:  

  • Ausreichende, praktische und theoretische Kenntnisse im Rudern und Steuern (Anlegen)sowie der Grundzüge der Bootskunde und Bootsbehandlung (Transport). 
  • Mindestens zweijährige Zugehörigkeit zum Verein als ausübendes Mitglied. Diese Fristkann bei besonderen Fähigkeiten oder Leistungen mit Vorstandsbeschluss über Antrag des Oberbootsmannes verkürzt werden. 
  • Erbrachte Ruderleistung von mindestens 600 Kilometern

Fahrkundige sind zum selbstverantwortlichen Steuern und Rudern aller Wanderruderbooteberechtigt, auch in der Zeit zwischen Ab- und Anrudern.

Eine Aufnahme eines Fahrkundigen zur Gruppe Sportruderer erfolgt über Vorschlag des Sportwartes oder Oberbootsmannes an den Vorstand.

- Aktive/r Rennruderer/in (RE)

Rennruderer werden gemäß ihrer Ambitionen und Ziele in Kader eingeteilt. Diese Einteilung, sowie die Zuweisung der entsprechenden Boote für Trainings- und Rennzwecke, erfolgt durch den Sportwart oder den Trainer, bei Jugendlichen in Abstimmung mit dem Jugendwart.

- Sportruderer (SP)

Hat ein Mitglied das Rudern rennsportlich betrieben, steht ihm auch nach der aktiven Ausübung des Rennsportes die Benützung der dafür vorgesehenen Rennboote zu, um mit den Booten zu trainieren bzw. sportlich zu rudern. Sonstige Ausfahrten sind mit Booten der Gruppe Fahrkundige auszuführen. Beherrschung des Renneiners ist Voraussetzung.

- Bootsmänner/frauen (BM)

Fahrkundige und Sportruderer können ab der Vollendung des 19. Lebensjahres bei Erfüllung der nachfolgenden Voraussetzungen über Antrag des Oberbootsmannes und Beschluss des Vorstandes zu Bootsmännern/frauen ernannt werden: 

  • Kenntnis aller Rudertechniken und Wettersituationen 
  • Fähigkeit zur Ausbildung von Aktiven und Bereitschaft zur Erfüllung des Bootsmännerdienstes bzw. Fortbildungsruderns

Bootsmänner/frauen sind berechtigt, Einteilungen für Ausfahrten im Rahmen des Bootsmännerdienstes / Fortbildungsruderns zu treffen.

3)  Gäste

Personen, die nicht Mitglieder des Vereins sind, dürfen mit Genehmigung des Oberbootsmannes oder eines/r Bootsmannes/frau in den zum Wanderrudern bestimmten Booten rudern.

Ausfahrten von Gästen in Rennbooten sind nur nach vorheriger Genehmigung durch den Sportwart, den Oberbootsmann, den Obmann, dessen Stellvertreter oder den Zeugwart möglich, für Jugendliche in speziell für diese Kategorie vorgesehenen Rennbooten auch durch den Jugendwart.

Gäste unterliegen wie Vereinsangehörige der Haus- und Fahrordnung.

4)  Benutzung der Boote

Die Ruderboote sind in angemessener Sportkleidung, bei Regatten in Vereinskleidung(Ausnahme: Renngemeinschaften – einheitliche Sportkleidung) zu benutzen. Die Vereinskleidung ist die bevorzugte Bekleidung für jede Ausfahrt.

Ein vom Zeugwart oder vom Oberbootsmann (Wanderruderboote) bzw. Sportwart(Rennboote) gesperrtes Boot darf nicht benutzt werden. Eine Sperre wird am schwarzen Brett im Bootshaus ersichtlich gemacht und wird nur so lange wie notwendig aufrechterhalten. Die Boote dürfen nur mit dem zugeteilten Bootsmaterial (Skull, Riemen) verwendet werden. Die Einstellungen der Boote sind vom Zeugwart standardmäßig herzustellen. Änderungen sind nur mit Zustimmung des Zeugwartes vorzunehmen.

5)  Die Ruderfahrt

Die Mannschaft eines Bootes ist verpflichtet, vor Antritt einer Fahrt diese ins Logbucheinzutragen. Eventuell vor Antritt einer Fahrt am Boot festgestellte Mängel sind ebenfalls vorher einzutragen. Wenn vorhandene Schäden das Rudern gravierend beeinträchtigen können oder die Gefahr einer wesentlichen Ausweitung des Schadens besteht, darf das Boot nicht gefahren werden. Dieser Umstand ist am schwarzen Brett zu vermerken und der Zeugwart zu verständigen, der dann die Sperre des Bootes veranlasst und die Reparatur einleitet.

Beschädigungen von Boots- und Rudermaterial müssen unbedingt im Logbuch und auf der schwarzen Tafel vermerkt werden. Der Schaden ist gleichzeitig dem Zeugwart bekanntzugeben. Bei fahrlässiger oder unberechtigter Benutzung ist die Behebung von Beschädigungen an Boots- und Rudermaterial vom Verursacher zu bezahlen.

Bei Hochwasser, nahendem Gewitter sowie bei Sturmwarnung sind Ausfahrten untersagt. Bei Hochwasser und/oder Sturmwarnung ist die Warntafel am Logbuchanzubringen.

Großboote sind am Waschbord zu tragen.

Bei Dunkelheit muss das Boot eine weiße Rundumleuchte führen.

Die wasserpolizeilichen Bestimmungen sind jedenfalls einzuhalten, siehe Seenverkehrsordnung. Jede Ruderfahrt ist mit der entsprechenden Sorgfalt auf Basis dieser Fahrordnung durchzuführen. Dies gilt insbesondere auch für Fahrten zwischen dem Abrudern und dem Anrudern; in dieser Zeit herrscht kein geregelter Vereinsbetrieb und es besteht ein erhöhtes Witterungsrisiko. Für Einerfahrten in diesem Zeitraum wird das Tragen einer Schwimmweste empfohlen.

Boote und Ruder sind nach Beendigung der Fahrt zu reinigen und an den dafür vorgesehenen Abstellplätzen sorgfältig zu lagern. Die Dollenbügel sind zu schließen, die Rollschiene zu putzen. Das erreichte Ziel, die Kilometerleistung, sowie allfällige ruderisch wichtige Ereignisse sind im Logbuch einzutragen.

Die Bestimmungen dieses Punktes 5) gelten auch für Privatboote, mit Ausnahme der Bestimmungen über Beschädigungen, für welche der/die jeweilige Besitzer/in des Bootes haftet.

Der Oberbootsmann oder sein Vertreter (Bootsmann/frau im Rahmen des Bootsmännerdienstes, Ruderkursleiter im Rahmen des Ruderkurses) kann in Einzelfällen Ausnahmen von den obigen Bestimmungen verfügen, wenn dies im Interesse desreibungslosen Ablaufes des Ruderbetriebs dringend geboten erscheint. Die Ausnahme ist im Logbuch zu vermerken.

Für die Bootsbenützung wird entsprechende Pflege und Behandlung vorausgesetzt. 

  • Reinigung nach jeder Ausfahrt. 
  • Jugendliche unter 14 Jahren dürfen nur mit Erlaubnis eines/r Bootsmannes/frau oderunter Aufsicht eines Fahrkundigen ausrudern!